Bodenheim: Close-Fit-Verfahren sichert Trinkwasser-Transportleitung

Alzey / Hörsching

Rohrinspektion & Prüftechnik
Black utility cables and pipes with blue stripes laid in a trench with orange straps and construction debris.

Grabenlose Sanierung einer Trinkwassertransportleitung in Bodenheim mittels Close-Fit-Verfahren

Autor: Ing. Christian Hartl, Vertrieb Industrie und Energie der Swietelsky Faber GmbH

Nach mehreren Rohrbrüchen musste die Transportleitung zum Trinkwasserhochbehälter in Bodenheim kurzfristig erneuert werden. Gemeinsam setzten die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) und die Swietelsky-Faber GmbH auf eine moderne Sanierungstechnologie. Durch das sogenannte Close-Fit-Verfahren konnte die Leitung schnell, nachhaltig und mit minimalen Einschränkungen für die Anwohner nahezu aufgrabungsfrei für eine Nutzungsdauer von mind. 50 Jahren instandgesetzt werden.

Wichtige Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung

Eine sichere Wasserversorgung ist die Grundlage für Lebensqualität, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung. Damit rund um die Uhr einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn kommt, betreibt die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) ein weit verzweigtes Leitungsnetz mit Pumpstationen, Hochbehältern und Transportleitungen.

In der Rheinallee in Bodenheim kam einer dieser Transportleitungen eine besondere Bedeutung zu:  Sie versorgt den örtlichen Trinkwasserhochbehälter. Nachdem sich über den langjährigen Betrieb der Leitung ein zunehmender Sanierungsbedarf abzeichnete, wurde die Instandsetzung der Leitung erforderlich, um die langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Grabenlose Sanierung statt offener Baustelle

Mit der Umsetzung der Maßnahme wurde die Swietelsky-Faber GmbH beauftragt. Die Arbeiten wurden in enger Zusammenarbeit zwischen der Niederlassung vor Ort und einem hochspezialisierten Team für den Trinkwasserbereich der Niederlassung Österreich ausgeführt.

Um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehr möglichst gering zu halten, fiel die Entscheidung bewusst auf ein grabenloses Verfahren. Im Vergleich zu einer konventionellen offenen Bauweise waren lediglich wenige Baugruben erforderlich. Oberflächen, Verkehrswege und angrenzende Grundstücke konnten dadurch weitgehend erhalten bleiben, während sich gleichzeitig die Bauzeit deutlich verkürzte.

Das Close-Fit-Verfahren

Zum Einsatz kam das sogenannte Close-Fit-Verfahren nach ISO 11300-2, eine hochqualitative Technologie zur Sanierung von Trinkwasser-, Gas-, Industrie- und Abwasserleitungen. Die Materialgrundlage ist ein werksseitig vorverformtes HDPE-Rohr des Herstellers AGRU Kunststofftechnik GmbH.

Durch diese Vorverformung wird der Rohrdurchmesser zunächst um etwa 25 bis 30 Prozent reduziert. Dadurch kann der Rohrstrang mit vergleichsweise geringen Zugkräften mittels Seilwinde in die vorhandene Altrohrleitung eingezogen werden. Nach dem Einzug wird das Rohr durch Druck und Heißdampf erwärmt und rückverformt. Es nimmt wieder seine runde Form an und legt sich eng – „close fit“ – an die Innenwand der bestehenden Leitung an.

Auf diese Weise entsteht eine neue, dauerhaft dichte Trinkwasserleitung innerhalb des Altrohres. Mit dem Verfahren lassen sich innerhalb kurzer Zeit Sanierungsstrecken von mehreren hundert Metern realisieren, während gleichzeitig nur wenige Eingriffe an der Oberfläche notwendig sind.

Spezialist auch für Druckleitungen

Swietelsky-Faber verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Sanierung von Leitungen und Behältern verschiedenster Art. Das Unternehmen war lange vor allem für grabenlose Kanalsanierungen bekannt. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch insbesondere die Sanierung von Druckleitungen – etwa für Trinkwasser – zu einem wichtigen Leistungsbereich entwickelt.

Gerade Druckleitungen stellen besonders hohe Anforderungen an Material, Verarbeitung und Qualitätssicherung, da sie dynamischen Drucklasten ausgesetzt sind und für die Versorgung der Bevölkerung von zentraler Bedeutung sind.

Teamarbeit und Koordination als Schlüssel zum Erfolg

Ein wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Projektablauf war die enge Abstimmung aller beteiligten Teams. Klar strukturierte Arbeitsprozesse ermöglichten eine effiziente Umsetzung unter hohen Qualitätsanforderungen.

Die übergeordnete Koordination der Arbeiten lag bei Ing. Christian Hartl, der die organisatorischen Abläufe zwischen den Teams koordinierte und als zentraler Ansprechpartner fungierte. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Abwicklung von Druckrohrleitungsprojekten – insbesondere im Bereich Trinkwasser- und Industrieanlagen – bringt Ing. Hartl seine fachliche Expertise seit einigen Jahren auch in seiner Vertriebstätigkeit für Industrie und Energie bei Swietelsky-Faber ein.

Dieses Projekt in Bodenheim verdeutlicht – als eines von vielen –, wie durch den Einsatz moderner grabenloser Technologien, abgestimmte Teamarbeit und eine strukturierte Koordination infrastrukturelle Maßnahmen effizient und nachhaltig umgesetzt werden können.

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