Hörsching / Landsberg
Autor: Dipl.-Ing. Christian Mühlhöfer, Niederlassungsleiter, Swietelsky-Faber GmbH, Landsberg
In der denkmalgeschützten Herrenmühle in Aulendorf Kreis Ravensburg musste die sanierungsbedürftige Druckrohrleitung dringend instandgesetzt werden – und das möglichst ohne Eingriff in die historische Bausubstanz. Die Niederlassung Landsberg der Swietelsky-Faber GmbH setzte dabei auf ein grabenloses Linersystem der Firma NordiTube – und brachte die Wasserkraftversorgung innerhalb von nur zwei Tagen wieder in Betrieb.
Wasserkraft mit Tradition
Die Herrenmühle in Aulendorf blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück: Bereits seit 1606 wird die Mühle durch Wasserkraft angetrieben. 1949 wurde eine Ossberger-Durchströmturbine installiert, die seither über Riemenantrieb die Mühlen betreibt. An Mahltagen öffnet Müllermeister Herr Vogel den Schieber am Stauweiher – rund 170 Liter Wasser pro Sekunde setzen dann die Turbine in Bewegung.
Sanierungsbedarf nach 76 Betriebsjahren
Nach 76 Jahren kontinuierlichen Betriebs zeigte sich jedoch zunehmender Sanierungsbedarf an der Wasserzuleitung: Das in die Jahre gekommene Stahlrohr wies laut aktueller TV-Inspektion deutliche Korrosionsschäden und Risse auf. Zudem sickerte bei längerer Nutzung Wasser durch die Rohrbettung in das Turbinenhaus.
Die Niederlassung Landsberg der Swietelsky-Faber GmbH reagierte umgehend und konnte dem Mühlenbetreiber eine effiziente Lösung anbieten: die grabenlose Sanierung der Leitung mit einem Linersystem der Firma NordiTube Technologies SE.
Technisch anspruchsvolle Rahmenbedingungen
Die Innenauskleidung des Stahlrohres stellte besondere Anforderungen: Der Leitungsverlauf führte über mehrere 45° Bögen und endete direkt im Turbinenraum – einem sensiblen Bereich mit offenem Zugang zur Mehlproduktion. Um jegliche Verunreinigung auszuschließen, wurde der gesamte Arbeitsbereich im Turbinenhaus mit Folien hermetisch abgeriegelt.
Instandsetzung in nur zwei Tagen
Nach der Entfernung von Ablagerungen und Hindernissen sowie einer abschließenden Zustandserfassung konnte die Leitung für die Sanierung freigegeben werden. Insgesamt wurde ein Abschnitt von ca. 110 Metern mit einem Durchmesser von 300 mm saniert.
Der druckfeste Inliner wurde direkt vor Ort mit einer mobilen Tränkanlage mit Epoxidharz imprägniert und anschließend per Dampfaushärtung installiert. Der Einbau erfolgte über das vorhandene Wasserschloss. Nach nur zwei Arbeitstagen war die Maßnahme abgeschlossen – die Turbine konnte wieder montiert und die Mehlproduktion planmäßig aufgenommen werden.
Grabenlose Technik für besondere Einsatzorte
Die gelungene Instandsetzung der Druckleitung unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen zeigt, wie moderne grabenlose Technologien selbst in sensiblen Bereichen wie historischen Mühlenbetrieben effektiv und nachhaltig eingesetzt werden können – ohne tiefgreifende Eingriffe in die Bausubstanz und mit minimalen Betriebsunterbrechungen.
Ein besonderer Dank gilt dem engagierten Team der Niederlassung Landsberg, das die Sanierung mit hoher fachlicher Kompetenz und großer Sorgfalt umgesetzt hat. Ebenso bedanken wir uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber sowie dem eingesetzten Systemhersteller NordiTube – ein gelungenes Projekt, das einmal mehr zeigt, wie erfolgreich technische Expertise und partnerschaftliches Miteinander zum Ziel führen.

