Staßfurt: Nachhaltige Beschichtung eines Salzsole-Behälters

Standort Nürnberg

Bauwerkssanierung
Ein hoher Stahlbehälter mit Schutzfolie und Gerüst umhüllt; davor stehen Baugeräte.
Stahlbehälter mit Arbeitsgerüst und Wetterschutz

Nachhaltige Sanierung eines Stahlbehälters für gesättigte Salzsole unter anspruchsvollen Bedingungen

Quelle: OBIC GmbH
Autoren: Roland Stuiber, Dipl. Ing. (FH) Thorak Udo

Anspruchsvolle Rahmenbedingungen in Staßfurt

Die Sanierung großvolumiger Stahlbehälter stellt hohe Anforderungen an Materialtechnologie, Ausführung und Baustellenlogistik. Im vorliegenden Projekt im sachsen-anhaltischen Staßfurt wurde ein zylindrischer Stahlbehälter mit einem Durchmesser von 8 Metern und einer Höhe von 11 Metern umfassend instandgesetzt. Der Behälter dient der Lagerung gesättigter Salzsole – ein Medium mit besonders hoher chemischer Aggressivität.

Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich durch die eingeschränkte Zugänglichkeit: Sämtliche Arbeiten mussten über ein lediglich 0,8 Meter großes Mannloch erfolgen. Gleichzeitig war eine zügige Umsetzung unter engen Zeitvorgaben erforderlich.

Korrosionsschäden als Ausgangspunkt

Nach vollständiger Entleerung und Reinigung des Behälters wurde im Zuge der Untergrundvorbereitung ein erheblicher Korrosionsgrad festgestellt. Die Stahloberflächen wurden im Sandstrahlverfahren gemäß SA 2,5 vorbereitet. In Teilbereichen war die Substanz bereits so stark geschädigt, dass Stahlbleche ersetzt werden mussten.

Um eine unmittelbare Re-Korrosion zu verhindern, erfolgte im Anschluss nach dem Strahlen die Applikation eines korrosionsschützenden Primers – ein entscheidender Schritt für die Dauerhaftigkeit des Gesamtsystems.

Effiziente Beschichtung in zwei Bauabschnitten

Die eigentliche Beschichtung wurde in zwei Bauabschnitten umgesetzt:

  • Bauabschnitt 1: Wandflächen bis 0,5 m über Boden
  • Bauabschnitt 2: Boden, unterer Wandbereich sowie Einstiegszone

Trotz der komplexen Rahmenbedingungen konnte die gesamte Innenfläche von rund 330 m² in einer reinen Beschichtungszeit von nur 5,5 Arbeitstagen fertiggestellt werden.

Dreilagiges OBIC-Armor-System im Einsatz

Zum Einsatz kam das innovative dreilagige OBIC-Armor Polyurea-System, das speziell für hochbeanspruchte industrielle Anwendungen entwickelt wurde.

Der Systemaufbau im Überblick:

  • Primer: Epoxidbasierte Haftbrücke zur Versiegelung und optimalen Anbindung an den Stahluntergrund
  • Polyurea-Basisschicht: Schnell reagierende, im Heißspritzverfahren applizierte Schutzschicht mit extrem kurzer Reaktionszeit
  • PU-Hartschaum: Druckfester, geschlossenzelliger Aufbau zur Schichtverstärkung und strukturellen Optimierung
  • Polyurea-Deckschicht: Chemisch hochbeständige Endschicht für dauerhaften Schutz gegen gesättigte Salzsole

Besonders hervorzuheben ist die extrem kurze Reaktionszeit der Polyurea-Beschichtung von wenigen Sekunden. Dadurch konnten die Arbeiten effizient und nahezu unterbrechungsfrei durchgeführt werden.

Nachhaltigkeit und Langlebigkeit im Fokus

Neben der technischen Leistungsfähigkeit bietet das OBIC-System auch entscheidende Vorteile im Hinblick auf Nachhaltigkeit:

  • Verlängerung der Lebensdauer bestehender Bauwerke statt Neubau
  • Ressourcenschonung durch minimalen Materialeinsatz bei maximaler Schutzwirkung
  • Reduzierte Stillstandszeiten, wodurch Betriebsunterbrechungen minimiert werden
  • Langfristige chemische Beständigkeit, insbesondere gegenüber hochkonzentrierten Salzlösungen

Gerade im Kontext kritischer Infrastrukturen leistet die Beschichtungstechnologie damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Instandhaltung.

Präzise Ausführung bis ins Detail

Die Arbeiten wurden abschnittsweise von oben nach unten durchgeführt, angepasst an die jeweilige Gerüsthöhe. Jeder Bereich wurde unmittelbar nach Fertigstellung geprüft und qualitätsgesichert.

Die Verbindung der beiden Bauabschnitte erfolgte durch gezielte Reaktivierung der bestehenden Polyurea-Schicht, wodurch eine homogene und dauerhaft belastbare Gesamtbeschichtung sichergestellt werden konnte.

Restbereiche, die konstruktionsbedingt zunächst nicht zugänglich waren, wurden abschließend mithilfe des OBIC1601 Polyureamaterials unkompliziert nachbeschichtet.

Fazit: Leistungsstarke Lösung unter Extrembedingungen

Das Projekt in Staßfurt zeigt eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit moderner Polyurea-Systeme in der industriellen Instandhaltung. Trotz erschwerter Zugänglichkeit, fortgeschrittener Korrosion und enger Zeitvorgaben konnte eine technisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung realisiert werden.

Die Kombination aus innovativer Beschichtungstechnologie, effizienter Baustellenlogistik und strukturierter Ausführung ermöglichte eine nachhaltige Sanierung mit langfristigem Schutz für eine hochbeanspruchte Anlage.

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