Berstlining

Neuer Kanal – gleicher oder größerer Querschnitt

Das Berstlining ist ein bewährtes Verfahren zur grabenlosen Erneuerung von Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen. Dabei wird die bestehende Leitung aufgebrochen oder aufgeschnitten und gleichzeitig durch ein neues Rohr ersetzt.

Besonders wirtschaftlich ist das Verfahren, wenn bestehende Leitungen vollständig erneuert werden müssen und die vorhandene Trasse weiterhin genutzt werden kann. Je nach Projektanforderung kann das neue Rohr mit gleichem oder größerem Durchmesser eingebaut werden.

Für welche Leitungen ist das Verfahren geeignet?

Nennweitenbereich
DN 50 – DN 500 (maschinenabhängig)
Altrohrmaterialien
Je nach Verfahren und Projekt nahezu alle Rohrwerkstoffe
Querschnittsanpassung
Vergrößerung um bis zu drei Nennweiten möglich (projektabhängig)
Zustand der Altleitung
Risse, Infiltration, Exfiltration, Korrosion, Materialermüdung
Betriebsart
Druckleitungen und Freispiegelleitungen
Hydraulik
Erhalt der bestehenden Abflusskapazität

Einsatzbereiche

  • Trinkwasserleitungen

  • Gasleitungen

  • Abwasserdruckleitungen

  • Freispiegelkanäle

  • Hausanschlussleitungen

  • Leitungen mit unzureichender hydraulischer Leistungsfähigkeit

  • Erneuerungsmaßnahmen im Bestand

So funktioniert das Berstlining

Vom Startschacht aus wird mit einer hydraulischen Berstanlage ein Spezialgestänge oder Stahlseil durch die bestehende Leitung geführt.

Am Zielschacht wird dieses mit einem Berst- und Aufweitkopf verbunden. Beim anschließenden Zugvorgang wird das Altrohr kontrolliert aufgebrochen oder aufgeschnitten und in das umgebende Erdreich verdrängt.

Gleichzeitig wird das neue Rohr unmittelbar hinter dem Berstkopf eingezogen.

So entsteht in einem Arbeitsgang eine vollständig erneuerte Leitung entlang der bestehenden Trasse.

Technische Leistungsdaten

  • Abschnittslängen
    Bis 100 m ohne Zwischenbaugrube

  • Zugkraft (Seilberster)
    Bis 45 t

  • Presskraft (Schubvorrichtung)
    Bis 50 t

  • Dimensionserweiterung
    Bis zu drei Nennweiten größer als der Altbestand (projektabhängig)

  • Alternative Verfahren
    Mit derselben Technik kann auch das TIP-Verfahren bis DN 600 angewendet werden.


Berstlining in der Praxis

Häufig gestellte Fragen

Alles was es über die Technik noch zu wissen gibt

Wann eignet sich Berstlining?
Das Verfahren eignet sich besonders, wenn eine Leitung nicht nur saniert, sondern vollständig erneuert werden soll und die bestehende Trasse weiterhin genutzt werden kann.
Kann der Rohrdurchmesser vergrößert werden?
Ja. Abhängig von Bodenverhältnissen, Rohrmaterial und Projektanforderungen kann der neue Rohrdurchmesser größer gewählt werden als der bestehende.
Welche Leitungen können erneuert werden?
Das Verfahren wird für Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen im Druck- und Freispiegelbereich eingesetzt.
Wie lang können einzelne Sanierungsabschnitte sein?
Abschnittslängen von bis zu 100 Metern sind häufig ohne zusätzliche Zwischenbaugruben realisierbar.
Müssen Hausanschlüsse geöffnet werden?
Ja. Hausanschlüsse und Formstücke müssen in der Regel punktuell freigelegt und an die neue Leitung angeschlossen werden.
Welche Rohrmaterialien können eingebaut werden?
Nahezu alle marktüblichen Neurohrmaterialien können mit dem Berstlining eingezogen werden.
Ist das Verfahren auch für Schächte geeignet?
Ja. Mit entsprechenden Maschinenkonfigurationen kann die Erneuerung auch von Schacht zu Schacht erfolgen, wodurch zusätzliche Aufgrabungen vermieden werden können.
Wovon hängt die konkrete Ausführung ab?
Die Ausführung hängt von Dimension, Altrohrmaterial, Schadensbild, Medium, Temperatur, Zugänglichkeit und Betriebsanforderungen ab

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